Axialstützlager nehmen axiale Kräfte auf und stützen damit Maschinenkomponenten in industriellen Anlagen. Für die statische Tragsicherheit und eine gleichbleibend hohen Betriebssicherheit müssen solche Lager allerdings einer regelmäßigen Wartung unterzogen werden. Schließlich können vernachlässigte Lager durch Schmierstoffverlust, Kontamination oder Materialermüdung zum Ausfall führen. Nicht selten sind die Folgen ungeplante Stillstände und teure Reparaturen. Eine konsequente Wartung schützt zudem auch angrenzende Bauteile wie Gehäuse, Wellen und Dichtungen.
Was ist ein Axialstützlager?
Axialstützlager sind sogenannte Wälzlager, die axiale Kräfte aufnehmen und ableiten. Radiale Kräfte tragen diese Lager kaum oder nicht. Typischerweise bestehen axiale Stützlager aus einer Wellenscheibe, Gehäusescheiben und einem Käfig, der die Wälzkörper – Kugeln oder Rollen – führt. Sehr leistungsstarke Varianten wie Axial-Pendelrollenlager zeichnen sich durch ihre hohe Steifigkeit, Selbstzentrierung und eine lange Lebensdauer unter dynamischen Belastungen aus.
Axiallager kommen überall dort zum Einsatz, wo axiale Kräfte wirken, beispielsweise in vertikalen Pumpen, Pressen oder Getrieben.
Wieso müssen Axialstützlager gewartet werden?
Axiale Lager sind im Betrieb enormen Belastungen und äußeren Einflüssen wie Vibrationen, hohen Temperaturen oder Verunreinigungen ausgesetzt. Durch eine regelmäßige Wartung bleibt der Schmierfilm intakt, die Lagerluft und Geometrie werden erhalten und es treten keine frühzeitigen Schäden auf. Ohne eine Wartung drohen hingegen schnell Reibungserhöhungen, lokale Überhitzungen oder Korrosion. Nur gut gepflegte Lager behalten ihre Tragfähigkeit über die gesamte Lebensdauer hinweg.
Axiale Belastung und ihre Auswirkungen auf die Lagerwartung
Die axiale Belastung beschreibt Kräfte, die entlang der Längsachse eines Bauteils wirken – und ist damit die hauptsächliche Beanspruchungsrichtung bei Axialstützlagern. Besonders wichtig ist dabei die Einhaltung der sogenannten axialen Mindestbelastung. Wird diese Mindestlast unterschritten, laufen die Wälzkörper nicht mehr gleichmäßig ab. In der Folge gleiten sie. Dies kann zu Schmierfilmabriss, Rattermarken und frühzeitigem Verschleiß führen. Für die Wartung bedeutet das: Bereits bei der Inspektion sollten Wartungstechniker die tatsächlichen Betriebsbelastungen der Lager prüfen und mit den vom Hersteller empfohlenen Mindestlasten abgleichen. Nur so liegt die axiale Belastung im grünen Bereich und es entstehen keine unkontrollierten Bewegungsabläufe, die die Lager beschädigen könnten.
Wichtige Schritte bei der Axial Lager Wartung
Eine gründliche Wartung von Axialstützlagern besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Besonders wichtig sind:
- Prüfung der Lagerluft: Überprüfung auf ungewöhnliche Veränderungen oder Verformungen
- Reinigung der Lagerkomponenten: Entfernung von Schmutz, alten Schmierstoffen und eventuellen Ablagerungen an Wälzkörpern und Käfigen
- Nachschmierung: Aufbringen von frischem, geeignetem Schmiermittel auf das Lager nach Herstellerangaben
- Inspektion von Wellenscheibe und Gehäusescheibe: Kontrolle auf Riefen, Kratzer oder Abnutzungen, die die Laufbahnen beeinträchtigen könnten.
Axiale Lager Schmierung: Worauf es ankommt
Eine richtige Schmierung ist das Herzstück der Axialstützlagerwartung; sie trennt den Wälzkörper von den Laufbahnen und verhindert damit Reibung, Verschleiß und Überhitzung. Allerdings sollten Sie nur Fette oder Öle verwenden, die sich für hohe axiale Kräfte und stark schwankende Temperaturen eignen. So wird gerade bei Axial-Pendelrollenlagern ein Fett mit hoher Druckaufnahmefähigkeit und starkem Haftvermögen benötigt. Die Nachschmierungsintervalle richten sich nach der Betriebsdrehzahl, den Umgebungseinflüssen und der Temperaturbelastung. In feuchten oder staubigen Umgebungen ist zum Beispiel eine häufigere Schmierung der Lager erforderlich. Ebenso steigen die Anforderungen bei Anwendungen mit hohen Drehzahlen, da der Schmierfilm bei zunehmender Fliehkraft instabiler wird und dementsprechend schneller erneuert werden muss.
Einbau, Ausbau und richtige Handhabung von Axial-Rillenkugellager
Beim Einbau von Axial-Rillenkugellagern ist äußerste Sorgfalt gefragt. Schließlich führen Fehler bei der Montage oft zu vorzeitigem Verschleiß oder Schäden. Wichtig: Beim Pressen der Lagerteile dürfen keine axialen Belastungen auf die Wälzkörper ausgeübt werden. Die Montagekräfte müssen ausschließlich über die passenden Laufflächen aufgebracht werden. Für den Ausbau der Lager empfiehlt sich der Einsatz spezieller Abziehwerkzeuge, mit denen Sie die Lagerteile sorgfältig ohne Beschädigung von Wellen oder Gehäusen entfernen können.
Gehäusescheiben und Wellenscheiben sind besonders zu schützen, da sich deren Beschädigung direkt auf die Performance der Lager auswirkt. Schon kleine Einkerbungen oder Verformungen können zu ungleichmäßiger Belastung und damit zu schnell fortschreitendem Verschleiß führen. Lassen Sie den Ein- und Ausbau Ihres Axiallagers deshalb immer von Experten durchführen – gerne unterstützt SERAFIMA Sie dabei.
Typische Probleme bei Axialstützlagern
Axialstützlager sind zwar robust, aber noch lange nicht unverwundbar. Typische Probleme wie erhöhte Vibrationen, ungewöhnliche Geräusche, Überhitzung oder plötzlicher Drehwiderstand deuten oft auf beginnenden Verschleiß oder mangelhafte Schmierung hin. Auch eine Überschreitung der vom Hersteller angegebenen Grenzdrehzahl sowie eine falsche Dimensionierung hinsichtlich Bohrung oder mm-genaue Passung der Lager können zu vorzeitigem Ausfall führen. Ein weiteres häufiges Problem ist, dass die äquivalente Belastung missachtet wird. Minimieren lassen sich solche Risiken nur durch eine regelmäßige Kontrolle der Betriebspunkte und die Anpassung an aktuelle Betriebsbedingungen.
Axiale Lager können verschiedene Verschleißerscheinungen zeigen. Typische Anzeichen sind:
- Erhöhte Vibrationen und Geräusche des Lagers
- Veränderung der Lagerluft
- Erwärmung über Normtemperatur
- Ablagerungen und Verfärbungen auf Laufbahnen
SERAFIMA für die professionelle Axialstützlager Wartung
Mit SERAFIMA an Ihrer Seite erhalten Sie professionelle Unterstützung rund um die Wartung, Reparatur und Optimierung Ihrer Axialstützlager. Mit unserem Field Service führen wir bei Ihnen Vor-Ort-Inspektionen, präzise Ausrichtarbeiten, Nachschmierungen sowie Zustandsbewertungen durch – genau auf Ihre Anforderungen abgestimmt. Sollte eine Instandsetzung nötig sein, bieten wir Ihnen in unserem In-House-Service natürlich auch professionelle Reparaturen und die schnelle Beschaffung hochwertiger Ersatzteile an. Herstellerunabhängig und stets in OEM-Qualität. Ob für Einzellager oder komplette Baugruppen: Wir entwickeln für Sie maßgeschneiderte Wartungsstrategien, mit denen Ihre Anlagen effizient und ausfallsicher laufen.
Kontaktieren Sie uns jetzt und sichern Sie sich maßgeschneiderte Lösungen für Ihre Lagertechnik!
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Kugellager wartungsfrei?
Nein, Standardkugellager und insbesondere Axialstützlager benötigen regelmäßige Wartung, denn sonst leidet ihre Lebensdauer darunter. Nur spezielle L sind wartungsfrei konstruiert.
Wie werden Kugellager richtig gewartet?
Durch regelmäßige Sichtprüfungen, Reinigung, Nachschmierung mit geeigneten Fetten oder Ölen sowie Überprüfung auf Laufgeräusche oder Lagerspielveränderungen.
Was versteht man unter axialen Belastungen?
Axiale Belastungen sind Kräfte, die entlang der Achse eines Bauteils wirken und müssen von speziellen Lagerarten wie Axialstützlagern aufgenommen werden. Nur wenige Kugellager sind wartungsfrei, so zum Beispiel Kugellager mit Festschmierstoffen.
Was macht ein Axiallager genau?
Ein Axiallager trägt ausschließlich axiale Lasten in industriellen Anlagen und verhindert so Verschiebungen in Längsrichtung – von Bedeutung ist ein solches Lager für viele Anwendungen im Maschinen- und Anlagenbau.




